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Archive for the ‘Aktuelles’ Category

Zur Erinnerung

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70. Geburtstag

Heute hätte mein Vater den 70. Geburtstag gehabt. 

Alles Gute, wo immer du auch bist!

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gänzlich ungefragt

kam das licht am tag

gänzlich ungefragt kam ich

wie du und er und sie

gänzlich ungefragt und ohne poesie

bis wir

gänzlich ungefragt

gehn

und niemand weiß wohin

und ob wir je wieder sehn

licht am tag?

Gedicht von L.G.

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Geburtstag

Heute wärst du 69 Jahre alt geworden! Das ist der zweite Geburtstag, den wir nicht mehr mit dir feiern können.
du fehlst …

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DAS WURDE AUS SIGRID KIRCHMANN

Am Anfang war die Mostbirnenschlacht

BENNO ZELSACHER, 28. Mai 2012, 21:29

Aus Sigrid Kirchmann, die 1993 in Stuttgart WM-Bronze im Hoch­sprung gewinnt und seit damals den österreichischen Rekord hält, wird Magister Doktor Sigrid Ortner-Kirchmann, die Turnen und Geografie lehrt

Schlierbach – „Je älter ich werde, desto lieber erinnere ich mich an die Vergangenheit. Es war eine wunderschöne, traumhafte Zeit, die ich im Sport verbringen durfte.“ Das neue Leben der Sigrid Kirchmann freilich ist auch nicht schlecht. Sie serviert Käse vom Bauern, frisches Gebäck und Kaffee. Vom Garten ihres Hauses in Schlierbach hat man einen wunderbaren Blick auf das hier breite Kremstal. Laura (5) eilt mit der Gießkanne von Blumentopf zu Blumentopf. Lisa (7) befindet sich in der Schule.

Die Mama, die schon laufen war in der Früh, hat gut zwei Stunden Zeit, über das Leben zu plaudern, das verflossene im Spitzensport und das gegenwärtige in der Familie. Laura macht am Nachmittag mit dem Kindergarten eine Exkursion nach Linz ins Brucknerhaus. Auf Sigrid Kirchmann (46) wartet der Job. Sie unterrichtet Turnen an den berufsbildenden Schulen in Kirchdorf. Geografie-Stunden hält sie heuer keine, die werden aber wieder dazukommen. „Der Turnunterricht ist für mich keine Arbeit, sondern Hobby, Leidenschaft, Liebe.“ Sie unterrichtet nur zehn Stunden in der Woche. „In der übrigen Zeit organisiere ich das Haus, den Haushalt, die Kinder, den Mann.“

Naturgemäß plaudert man über ihren großen Tag, den 21. August 1993. Es ist ein Samstag und passiert in Stuttgart. Kirchmann gewinnt mit der heute noch gültigen österreichischen Rekordmarke von 1,97 Metern WM-Bronze im Hochsprung. Es handelt sich um die erste österreichische Medaille bei einer Freiluft-WM.

Nachher gibt’s eine kleine Feier. Jürgen Ortner ist schon dabei, ihr damaliger Lebensgefährte und heutiger Ehemann. DER STANDARD auch. Und man erinnert sich an die Mostbirnen, die den Beginn ihres sportlichen Weges markieren. In Ebensee am Traunsee, wo sie aufgewachsen ist. „Es waren richtige Mostbirnenschlachten mit den Nachbarskindern. Man musste auch flink sein. Die Birnen sind ja sehr hart. Wenn man getroffen wird, tut es echt weh. Das hat die Beweglichkeit gefördert.“ Mit neun Jahren wirft sie den Schlagball 44 Meter weit. Und mit den Buben spielt sie Fußball.

Das Kind kommt in den Sportverein, zur Union Ebensee, der sie heute noch angehört. „In Österreich“, sagt sie, „ist alles nur Zufall.“ Und der will es, dass bei der Union ein engagierter Trainer werkt, Günther Lemmerer. Er ist vor zwei Jahren unverschuldet bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. „Das hat mich sehr getroffen. Ohne Günther hätte es mich nicht gegeben.“ Zum Spaß an der Bewegung gesellt sich der Ehrgeiz. Und aus der Allrounderin, die „aus der Laune heraus“ 1985 den – bis vor zwei Tagen gültigen Rekord im Siebenkampf (5944 Punkte) fixiert, wird eine Hochspringerin.

Zwei Erlebnisse wirken als Triebfedern. 1982 wird sie in Lille bei der Gymnasiade als 16-Jährige mit 1,82 m Zweite. Und 1984 befindet sie sich unter 20 österreichischen Nachwuchssportlern, die anlässlich der Olympischen Spiele 1994 zu einem Jugendlager nach Los Angeles eingeladen werden. „Ich komm ins Stadion und seh Ed Moses laufen. Da hab ich mir gedacht, dort will ich auch hin.“ 1992 ist es so weit. Kirchmann wird bei Olympia in Barcelona Fünfte. „Da habe ich mir geschworen: Das nächste Mal gewinne ich eine Medaille. Und mein Wille ist geschehen.“ Zwar nicht bei Olympia, aber bei der WM. „Die Spiele sind pompöser, die größere Luftblase, aber die WM war besser besetzt.“

In Stuttgart gibt es erstmals bei einer WM Siegesprämien. Weltmeisterinnen und Weltmeister erhalten einen Mercedes. Wie Haile Gebrselassie, der damals den ersten von vier WM-Titeln über 10.000 Meter gewinnt und mit seinem Lohn immer noch durch Addis Abeba fährt. Kirchmann bekommt wie die anderen Zweiten und Dritten nichts. Aber die Sponsorsummen steigen.

In den Neunzigerjahren gibt es in der Leichtathletik erstmals etwas zu verdienen, durch Antrittsgelder, Prämien. „Vorher war es nicht leicht“, erzählt Kirchmann, die „ja aus bescheidenen Verhältnissen kommt“. Vor allem für Frauen ist es nicht leicht, die dürfen damals noch nicht zum Bundesheer. „Da kriegt man die Ungerechtigkeit mit.“ Für die Finanzierung des Trainings sorgen der Verein, die Sporthilfe, das Land Oberösterreich, Sponsoren erwirbt man sich naturgemäß erst durch Erfolge.

„Man schummelt sich durch den Monat, kommt halbwegs über die Runden. Vor 20 Jahren habe ich gesagt: Drei Dachverbände kann sich außer Österreich kein Land der Welt leisten. Daraufhin ist der Druck so groß geworden, dass ich mich entschuldigen musste, um nicht Förderungen zu verlieren. Ich war ja in einem Abhängigkeitsverhältnis. Jetzt sag ich: Hoffentlich kommt einmal ein Sportminister und reformiert dieses System.“

Kirchmann studiert in Salzburg Lehramt in Sport und Geografie in der Mindestzeit, unterrichtet auch während ihrer Karriere ein paar Stunden in der Woche, das Doktorat in Sportwissenschaften kommt später dazu. „Zwischen Training und Studium hat es kein Leben gegeben.“ 1996 erlebt sie den ersten sportlichen Tiefpunkt. Bei den Olympischen Spielen in Atlanta reißt beim Einspringen die Achillessehne. Nach einem Jahr Therapie wird das Training immer mühseliger, der Schmerz häufiger. Das Comeback gelingt, bei der EM 1998 in Budapest springt sie auf Platz vier. Sie schafft die Qualifikation für Olympia 2000 in Sydney. Doch zwei Wochen vor den Spielen reißt die Sehnenplatte am Sitzbeinhöcker. Ende der Karriere. Erst folgt die Leere.

„Was tun mit der Zeit? Der Tag war plötzlich unstrukturiert.“ Der Schmerz lässt nach. Es kommt die Zeit für die Hochzeit, den Hausbau, das Kinderkriegen. Und die Struktur ist wieder da. (Benno Zelsacher; DER STANDARD, 29.5.2012)

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US-Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass die Menschen aus der Oberschicht mehr schwindeln, betrügen und Regeln übertreten als die Angehörigen der Unterschicht

Florian Rötzer 28.02.2012

Gerne schreiben es sich die Reichen und Mächtigen zu, dass sie ihren Erfolg ihrer eigenen Leistung verdanken, also dass Zufall und familiäre Herkunft keine große Bedeutung spielen. Oft wird diese Ansicht noch damit verwoben, dass jeder mit großen Einsatz und entsprechender Begabung einen ähnlichen Erfolg erzielen kann. Kalifornische und kanadische Wissenschaftler wollen aber nun herausgefunden, dass möglicherweise auch andere Eigenschaften Teil des Erfolgs sein könnten. Angehörige der Oberschicht würden es nämlich mit der Moral nicht so genau nehmen.

Die Wissenschaftler wollten mit einigen Versuchen herausfinden, ob die Angehörigen der oberen oder der unteren sozialen Schichten eher betrügen oder Gesetze brechen. Menschen mit geringerem Einkommen und geringer Ausbildung leben unter größerer Unsicherheit, Bedrohung und Ressourcenknappheit, so eine Hypothese, und könnten daher eher zu unmoralischem Handeln neigen. Andererseits ist bekannt, dass Menschen aus den höheren bzw. reicheren Schichten weniger emphatisch und altruistisch, dafür aber gieriger, durchsetzungsfreudiger und egoistischer sind, weil sie durch ihren Wohlstand unabhängiger von den Mitmenschen sind und eher zum selbstzentrierten Denken und Handeln neigen.

Für ihre Studie, die in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) erschienen ist, haben sieben Versuche mit unterschiedlichen Versuchspersonen durchgeführt, um die Hypothese zu testen, zu der sie neigten, nämlich dazu, dass die Angehörigen der oberen Schichten eher unmoralisch handeln. Die ersten beiden Tests waren Feldversuche. An einer Kreuzung wurde beobachtet, welche Fahrer andere Fahrzeuge schnitten, an einem Fußgängerübergang wurde festgehalten, welche Fahrer nicht hielten. Die Herkunft der Fahrer wurde aus dem Preis, dem Aussehen, dem Alter und der Größe der Fahrzeuge abgeleitet. In beiden Fällen handelten die vermutlich aus den oberen Schichten stammenden Fahrer rüpelhafter.

In einem Versuch sollten sich die Menschen selbst anhand einer manipulierten Vergleichsskala einstufen, um diese gesellschaftlich höher oder niedriger einzuordnen und zu sehen, ob daraus auch entsprechende Einschätzungen folgen. Auch hier war es so, dass die Versuchspersonen, die sich der oberen Schicht zuordneten, am gierigsten waren und nach der Beurteilung einiger unmoralischer Handlungen Kindern weniger Süßigkeiten gaben, als die Versuchspersonen, die den unteren Schichten zugewiesen wurden. In einem fiktiven Bewerbungsgespräch schwindelten die Versuchspersonen aus den höheren Schichten als Arbeitgeber die Bewerber eher an, um das Gehalt zu drücken. Der Bewerber war in dem Spiel auf eine langfristige Beschäftigung aus, der Arbeitgeber wusste hingegen, dass der Job bald gekürzt wird. Bei einem Glücksspiel mit einem Würfel schwindelten die Versuchspersonen aus den reicheren Schichten öfter und gaben höhere Ergebnisse an. Wenn beiden Gruppen die Vorteile der Gier und des Schwindelns vor dem Versuch klar gemacht wurden, neigten auch die Angehörigen der unteren Schichten ähnlich stark zu einem unmoralischen Verhalten. Das interpretieren die Wissenschaftler, dass die Angehörigen beider Schichten sich nicht grundsätzlich unterscheiden, was die Möglichkeit unmoralischen Handelns betrifft, aber dass sich ihre Grundeinstellung unterscheidet.

Ob die stärkere Neigung, sich auch mit unmoralischen Handlungen durchzusetzen, eine Eigenschaft ist, mit der man gesellschaftlich erfolgreicher wird, haben die Wissenschaftler nicht untersucht. Offenbar wird aber diese Einstellung kultiviert, was auch damit zusammenhängt, dass die wohlhabenderen Menschen aufgrund ihres Vermögens von anderen Menschen unabhängiger und daher egoistischer sind. In dieser Kultur könnten auch Gier und Egoismus als positive und wichtige Werte gelten. Oft genug sind die reicheren Menschen auch wirtschaftswissenschaftlich geschult oder arbeiten als Vorgesetzte oder Manager, sodass die Maximierung des Selbstinteresses auch aus diesem Hintergrund gepflegt wird.

 

 

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36493/1.html

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