Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Sport’ Category

DAS WURDE AUS SIGRID KIRCHMANN

Am Anfang war die Mostbirnenschlacht

BENNO ZELSACHER, 28. Mai 2012, 21:29

Aus Sigrid Kirchmann, die 1993 in Stuttgart WM-Bronze im Hoch­sprung gewinnt und seit damals den österreichischen Rekord hält, wird Magister Doktor Sigrid Ortner-Kirchmann, die Turnen und Geografie lehrt

Schlierbach – „Je älter ich werde, desto lieber erinnere ich mich an die Vergangenheit. Es war eine wunderschöne, traumhafte Zeit, die ich im Sport verbringen durfte.“ Das neue Leben der Sigrid Kirchmann freilich ist auch nicht schlecht. Sie serviert Käse vom Bauern, frisches Gebäck und Kaffee. Vom Garten ihres Hauses in Schlierbach hat man einen wunderbaren Blick auf das hier breite Kremstal. Laura (5) eilt mit der Gießkanne von Blumentopf zu Blumentopf. Lisa (7) befindet sich in der Schule.

Die Mama, die schon laufen war in der Früh, hat gut zwei Stunden Zeit, über das Leben zu plaudern, das verflossene im Spitzensport und das gegenwärtige in der Familie. Laura macht am Nachmittag mit dem Kindergarten eine Exkursion nach Linz ins Brucknerhaus. Auf Sigrid Kirchmann (46) wartet der Job. Sie unterrichtet Turnen an den berufsbildenden Schulen in Kirchdorf. Geografie-Stunden hält sie heuer keine, die werden aber wieder dazukommen. „Der Turnunterricht ist für mich keine Arbeit, sondern Hobby, Leidenschaft, Liebe.“ Sie unterrichtet nur zehn Stunden in der Woche. „In der übrigen Zeit organisiere ich das Haus, den Haushalt, die Kinder, den Mann.“

Naturgemäß plaudert man über ihren großen Tag, den 21. August 1993. Es ist ein Samstag und passiert in Stuttgart. Kirchmann gewinnt mit der heute noch gültigen österreichischen Rekordmarke von 1,97 Metern WM-Bronze im Hochsprung. Es handelt sich um die erste österreichische Medaille bei einer Freiluft-WM.

Nachher gibt’s eine kleine Feier. Jürgen Ortner ist schon dabei, ihr damaliger Lebensgefährte und heutiger Ehemann. DER STANDARD auch. Und man erinnert sich an die Mostbirnen, die den Beginn ihres sportlichen Weges markieren. In Ebensee am Traunsee, wo sie aufgewachsen ist. „Es waren richtige Mostbirnenschlachten mit den Nachbarskindern. Man musste auch flink sein. Die Birnen sind ja sehr hart. Wenn man getroffen wird, tut es echt weh. Das hat die Beweglichkeit gefördert.“ Mit neun Jahren wirft sie den Schlagball 44 Meter weit. Und mit den Buben spielt sie Fußball.

Das Kind kommt in den Sportverein, zur Union Ebensee, der sie heute noch angehört. „In Österreich“, sagt sie, „ist alles nur Zufall.“ Und der will es, dass bei der Union ein engagierter Trainer werkt, Günther Lemmerer. Er ist vor zwei Jahren unverschuldet bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. „Das hat mich sehr getroffen. Ohne Günther hätte es mich nicht gegeben.“ Zum Spaß an der Bewegung gesellt sich der Ehrgeiz. Und aus der Allrounderin, die „aus der Laune heraus“ 1985 den – bis vor zwei Tagen gültigen Rekord im Siebenkampf (5944 Punkte) fixiert, wird eine Hochspringerin.

Zwei Erlebnisse wirken als Triebfedern. 1982 wird sie in Lille bei der Gymnasiade als 16-Jährige mit 1,82 m Zweite. Und 1984 befindet sie sich unter 20 österreichischen Nachwuchssportlern, die anlässlich der Olympischen Spiele 1994 zu einem Jugendlager nach Los Angeles eingeladen werden. „Ich komm ins Stadion und seh Ed Moses laufen. Da hab ich mir gedacht, dort will ich auch hin.“ 1992 ist es so weit. Kirchmann wird bei Olympia in Barcelona Fünfte. „Da habe ich mir geschworen: Das nächste Mal gewinne ich eine Medaille. Und mein Wille ist geschehen.“ Zwar nicht bei Olympia, aber bei der WM. „Die Spiele sind pompöser, die größere Luftblase, aber die WM war besser besetzt.“

In Stuttgart gibt es erstmals bei einer WM Siegesprämien. Weltmeisterinnen und Weltmeister erhalten einen Mercedes. Wie Haile Gebrselassie, der damals den ersten von vier WM-Titeln über 10.000 Meter gewinnt und mit seinem Lohn immer noch durch Addis Abeba fährt. Kirchmann bekommt wie die anderen Zweiten und Dritten nichts. Aber die Sponsorsummen steigen.

In den Neunzigerjahren gibt es in der Leichtathletik erstmals etwas zu verdienen, durch Antrittsgelder, Prämien. „Vorher war es nicht leicht“, erzählt Kirchmann, die „ja aus bescheidenen Verhältnissen kommt“. Vor allem für Frauen ist es nicht leicht, die dürfen damals noch nicht zum Bundesheer. „Da kriegt man die Ungerechtigkeit mit.“ Für die Finanzierung des Trainings sorgen der Verein, die Sporthilfe, das Land Oberösterreich, Sponsoren erwirbt man sich naturgemäß erst durch Erfolge.

„Man schummelt sich durch den Monat, kommt halbwegs über die Runden. Vor 20 Jahren habe ich gesagt: Drei Dachverbände kann sich außer Österreich kein Land der Welt leisten. Daraufhin ist der Druck so groß geworden, dass ich mich entschuldigen musste, um nicht Förderungen zu verlieren. Ich war ja in einem Abhängigkeitsverhältnis. Jetzt sag ich: Hoffentlich kommt einmal ein Sportminister und reformiert dieses System.“

Kirchmann studiert in Salzburg Lehramt in Sport und Geografie in der Mindestzeit, unterrichtet auch während ihrer Karriere ein paar Stunden in der Woche, das Doktorat in Sportwissenschaften kommt später dazu. „Zwischen Training und Studium hat es kein Leben gegeben.“ 1996 erlebt sie den ersten sportlichen Tiefpunkt. Bei den Olympischen Spielen in Atlanta reißt beim Einspringen die Achillessehne. Nach einem Jahr Therapie wird das Training immer mühseliger, der Schmerz häufiger. Das Comeback gelingt, bei der EM 1998 in Budapest springt sie auf Platz vier. Sie schafft die Qualifikation für Olympia 2000 in Sydney. Doch zwei Wochen vor den Spielen reißt die Sehnenplatte am Sitzbeinhöcker. Ende der Karriere. Erst folgt die Leere.

„Was tun mit der Zeit? Der Tag war plötzlich unstrukturiert.“ Der Schmerz lässt nach. Es kommt die Zeit für die Hochzeit, den Hausbau, das Kinderkriegen. Und die Struktur ist wieder da. (Benno Zelsacher; DER STANDARD, 29.5.2012)

Read Full Post »

Im Gedenken an Konsulent Günther Lemmerer findet heuer die 16. Ausgabe dieses Berglauf-Klassikers statt. Der Initiator des Feuerkogel Berglaufs verstarb im letzten Jahr bei einem tragischen Verkehrsunfall, als er am Vorabend des Wettkampftages von der Anmeldestelle nach Hause fahren wollte. Ein Team um Union Ebensee-Obmann Harald Loidl hat sich gefunden und bereit erklärt, den Lauf im Sinne seines „Erfinders“ weiterzuführen. „Günther hat eine riesige Lücke hinterlassen. Mit dem Feuerkogel-Berglauf versuchen wir einen kleinen Teil dieser Lücke zu schließen“, so Harald Loidl, der sich freut, dass wieder alle mitwirkenden Vereine und Organisationen mit im Boot sind. An die 100 Helfer werden am Renntag im Einsatz sein und für einen tollen Rahmen dieses Laufsportevents sorgen. Auch die OÖ Landesmeisterschaften werden heuer am Sattel ausgetragen. Hier möchten die beiden Lokalmatadore Willi Riederer und Hubert Preiner vom Laufclub Ebensee ein Wörtchen mitreden. Anmeldung bzw. Infos unter http://www.feuerkogel-berglauf.at

Read Full Post »

Read Full Post »

EBENSEE. Bis zum letzten Atemzug lebte Günther Lemmerer für die Leichtathletik, für die von ihm organisierten Läufe, für die Athleten, die er trainierte. Samstagabend wurde er durch einen tragischen Unfall aus diesem Leben gerissen.

„Der Günther war vom Virus Leichtathletik geradezu infiziert“, sagt ein Bekannter Lemmerers aus dessen Heimatort Ebensee. „Früher als Sportler, dann als Funktionär, Organisator und vor allem als Trainer.“Lemmerer, der 1962 im Alter von 19 Jahren der Union Ebensee beitrat, war unter anderem Betreuer der früheren Weltklasse-Hochspringerin Sigrid Ortner-Kirchmann – von ihrem neunten bis zum 23. Lebensjahr. „Er hat die Basis für meine sportliche Karriere gelegt“, sagt die heutige AHS-Professorin zutiefst betroffen. „Und er war nicht nur ein ausgezeichneter Trainer, sondern auch ein väterlicher Freund.“Günther Lemmerer, in seiner aktiven Zeit ein ausgezeichneter Zehnkämpfer, Hürdenläufer, Kugelstoßer und Stabhochspringer, genoss die Erfolge seiner Schützlinge in seiner bescheidenen und zurückhaltenden Art stets im stillen. Er stellte den Sportler ins Rampenlicht, blieb selbst stets im Hintergrund und führte während seiner Trainertätigkeit viele talentierte Kinder an die Leichtathletik heran.Mehr als 35 Jahre lang war der Vater zweier Söhne Leichtathletik-Sektionsleiter der Union Ebensee, er wurde 2006 aufgrund seiner Verdienste zum Konsulenten der oberösterreichischen Landesregierung für Sportwesen ernannt und war als Berglaufreferent im Landes-Leichtathletikverband tätig.Das Norbert-Ippisch-Gedächtnismeeting, das Bleikristall-Meeting, der Gmundner Toscanalauf und der Feuerkogel-Berglauf, dessen 15. Auflage nur Stunden nach Lemmerers Tod stattfand, werden immer mit dem Namen des verdienten Sportfunktionärs verknüpft bleiben. Als er starb, war er in Sachen Berglauf unterwegs. All seine Verdienste sprechen für ihn, doch eines viel mehr – und das werden jene bestätigen, die ihn kannten: Er war ein feiner Mensch.Der Begräbnisgottesdienst für Günther Lemmerer, der im 68. Lebensjahr bei einem Verkehrsunfall nahe seiner Heimat Ebensee unverschuldet tödlich verletzt wurde, findet heute um 13.30 Uhr in der Ebenseer Pfarrkirche statt.

Ein Nachruf von Reinhard Hörmandinger und Gary Sperrer

Read Full Post »

Sportfotos

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Sport und Familie waren sein Leben



Read Full Post »

ein Nachruf von der Union Gmunden

NACHRUF FÜR KONSULENT GÜNTHER LEMMERER
Wir trauern um unseren Freund, Trainer und Funktionär der Sportunion Gmunden Günther Lemmerer geb. 18.07.1943, der am Samstag, 07.08.2010 in den Abendstunden bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist.

Günther widmete seine ganze freie Zeit dem Sport, insbesondere der Leichtathletik. Günther baute in der Sportunion Gmunden Athleten auf und führte sie zu großen Erfolgen, wie zuletzt Karin Kronberger.
Neben seiner langjährigen Trainertätigkeit war Günther Lemmerer Mitorganisator des seit über 30 Jahren stattfindenden Gmundner Toscanalaufes im Rahmen des 4 Städte- Grand Prix.
In seiner aktiven Tätigkeit war er ein Spitzenathlet im Zehnkampf und im 100Meter-Hürdenlauf.
Ø  2006 wurde Günther zum Konsulenten für Sportwesen ernannt.Ø  Berglauf – Referent des Landes-Leichtathletikverbandes.Ø  Vorstandsmitglied im ÖO-Leichtathletikverband.Ø  Träger sämtlicher Auszeichnungen des Leichtathletikverbandes von OÖ und viele Ehrungen der Stadt Gmunden.
Sein Ableben hinterlässt nicht nur in der Leichtathletik, sondern auch in der Sportunion Gmunden eine Lücke, die nicht wieder zu füllen ist.
Der Vorstand der Sportunion Gmunden

ein Nachruf von der Union Ebensee

Günther Lemmerer, einst Trainer von Ebensees Hochsprung-Aushängeschild Sigrid Kirchmann und Berglauf-Referent des Landes-Leichtathletikverbandes, galt als Rückgrat des Feuerkogel-Berglaufs.  Günther Lemmerer wurde 2006 auch zum Konsulenten für Sportwesen ernannt und war seit vielen Jahren aktiv bei der Union-Ebensee in der Sektion Leichtathletik und auch im Vorstand tätig.
Günther Lemmerer war Vater von zwei erwachsenen Söhnen.

Read Full Post »

http://www.nachrichten.at/sport/mehr_sport/art109,440065

Nach dem Tod des Veranstalters wurde Berglauf zur Nebensache

EBENSEE. Der traditionelle Feuerkogel-Berglauf in Ebensee trug gestern Trauerflor. Die Siege von Europameister Ahmed Arsian und Andrea Mayr rückten in den Hintergrund, nachdem am Abend vor dem Rennen der langjährige OK-Chef Günther Lemmerer tödlich verunglückte.

Am Weg heim von einer Sitzung mit seinem Organisationskomitee war Lemmerer gewesen, als auf der Salzkammergut Bundesstraße im Bartel-Kreuz-Tunnel der Verkehrsunfall passierte. Der Lieferwagen des Ebenseers kollidierte mit einem Sportwagen, für Lemmerer und auch den Beifahrer des Sportwagens kam jede Hilfe zu spät.

„Ich habe ihm vorige Woche noch zum 67. Geburtstag gratuliert und ihm das Beste für seine Veranstaltung gewünscht. Mir hat es die Gänsehaut aufgezogen, als ich von der schlimmen Nachricht hören musste“, sagt Union-Landespräsident Gerhard Hauer geschockt. Mit Lemmerer sei einer der Triebfedern der Leichtathletik im Salzkammergut verloren gegangen. „Er hat Hochspringerin Sigrid Kirchmann lange Jahre trainiert und den Sport in der ganzen Region immer hochgehalten“, sagt Hauer. Lemmerer wurde 2006 auch zum Konsulenten für Sportwesen ernannt. Oberösterreichs Leichtathletik-Präsidentin Theresia Kiesl musste die schreckliche Kunde vor Ort erfahren. „Wir stehen alle unter Schock. Er war Berglauf-Referent im Verband und hat viele unserer Athleten aufgebaut. Wir müssen das alles erst verdauen und dann schauen, dass wir seine gute Arbeit fortsetzen können irgendwie“, sagt die Ex-Weltklasse-Läuferin.

Das Rennen auf den Feuerkogel wurde gestern dennoch gestartet. Bei den Herren setzte sich Favorit Arsian durch. Er benötigte für die 10 Kilometer lange Strecke (1250 Höhenmeter) 53:17,8 Minuten. Im Damenrennen war einmal mehr die Linzerin Andrea Mayr nicht zu schlagen. Sie lief nach 1:04,14 Stunden ins Ziel am Gipfel des Feuerkogels.

Als Sieger fühlte sich gestern aber keiner so richtig.

Read Full Post »

Older Posts »